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Bodhgaya und Varanasi

Bodhgaya ist eine der heiligsten Städte in Indien für die Buddhisten. An diesem Ort soll Buddha unter einem Baum zu seiner Erleuchtung gefunden haben. Ein Abzweig des ursprünglichen Baums steht auch noch dort und darum hat sich eine weiter Tempelanlage gebildet. Der Baum ist Magnet für Touristen und viele Pilger. Überall um den Baum herum haben Menschen ihre Matten ausgebreitet und beten.

Im Gegensatz zu unseren Kirchen kann man in den Tempeln hier meistens relativ freizügig Fotos machen und im Tempelgelände darf auch gegessen und getrunken werden. Mit der andächtigen Stille - neben den Gebeten - wird es hier auch nicht so genau genommen (vor allem wenn sich die großen Reisegruppen durch die Anlage bewegen). 

Bodhgaya hat sich etwas zur Hauptstadt des Buddhismus entwickelt, denn man sieht überall Tempel verschiedener buddhistisch-nationaler Glaubsbewegungen (ein Tempel der thailändischen oder japanischen Buddhisten etc.). Zudem ist eine ca. 24 m hohe Buddha Statue zu bewundern, die der Dalai Lama höchst persönlich vor 2 Jahren eingeweiht hat. 

Buddha selbst hat übrigens immer wieder betont, dass er nur ein Mensch und kein Gott sei. Davon ist allerdings nun nicht mehr viel zu spüren. Die goldenen Buddha-Statuen schmücken die meisten der Tempel hier.

Wenn man sich etwas außerhalb des Ortes bewegt (es ist eher ein großes Dorf) dann findet man noch verschiedene weitere wichtige Stellen in Buddas Wg zur Erleuchtung. Er hat sich zu erst auf einen Berg zurükgezogen und versucht dort durch Fasten und ein sehr sehr asketisches Leben (indem er nichts mehr gegessen hat) zur Reinheit und Weisheit zu finden. Durch eine Frau, die im Essen angeboten hat (nach 6 Wochen ohne Nahrung) hat es sich ihm dann offenbart, dass er einen moderateren Mittelweg finden muss. Soweit die Legende.

200 Kilometer (oder 5 indische Zugstunden) von Bodhgaya entfernt liegt die Stadt Varanasi am Ganges. Varanasi gehört zu den sieben heiligen Städten am Ganges. Wer in Varanasi stirbt und im Ganges bestattet wird, der gelangt sofort in das Moksha (die Erlösung) und entrinnt dem Zyklus der Reinkarnation. Zudem hilft das Baden im Ganges das eigene Karma (das Guthaben an guten Taten) aufzubessern.

Ganz grob lässt sich die Stadt in zwei Teile aufteilen. Die Ghats (Steinstufen die zum Ganges hin abfallen) und den Stadtkern. Beide können sehr unterschiedlich sein. Die Stadt an sich ist sehr indisch (staubige Straßen, viele viele kleine Geschäfte und Händler auf der Straße, zu viele Autos, Menschen und Tiere). Die Ghats verstrühen dagegen teilweise eine andere, mehr melancholische und andächtige Stimmung. Das ist vor allem für die Ghats wahr, bei denen die Verbrennungen stattfinden.

Bei der Verbrennung wird der Leichnam auf einen Holzhaufen gelegt und die Verwandten legen Gaben (Essen oder andere Artikel) bei und dann wird das Holz angezündet. Dabei sind nur Männer zu sehen und es gibt auch keine großen Gefühlsausbrüche. Vor der Verbrennung wird noch das Holz gewogen um den Wert des Toten festzustellen. Denn je nach Reichtum des Verstorbenen/Hinterbliebenen können sie sich unterschiedliche Holzsorten leisten. 

In Varanasi gibt es zudem eine deutsche Bäckerei, die tatsächlich von einem deutschen Besitzer geführt wird (oft liest man hier "German Bakery", aber dahinter verbirgt sich dann nicht wirklich eine Bäckerei in unserem Sinne). Dadurch gab es zum Abendessen Züricher Geschnetzeltes, Käsefondue und richtiges Brot. Der Besitzer hat uns erzählt, dass er ursprünglich mit einem indischen Partner das Geschäft aufgemacht hat. Dieser hat aber Spendengelder (die sie für die Finanzierung einer ländlichen Schule für Behinderten gedacht hatten) für den Ankauf von Hotels genutzt hat. Von diesem Partner hat er sich nun getrennt, aber hin zu verklagen scheint zwecklos. Zum einen schmiert er die örtliche Polizei, zum anderen dauert so ein Prozess hier gut und gerne 10 Jahre und der Ausgang ist sehr ungewiss.

29.11.12 17:19
 


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