Auslandssemester in Kalkutta
 



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Nepal/Himalaya

Am Donnerstag vor knapp zwei Wochen (dem 18.10.) hieß es für mich: Auf nach Nepal. Armaggedon (der Abenteuerklub der Uni) hatte einen 10tägigen Trip geplant, an dem neben mir noch viele andere Austauschstudenten teilgenommen haben.

Zuerst waren wir ca. 18 Stunden mit dem Zug unterwegs um von Kalkutta bis ca. 80 km vor die nepalesische Grenze zu kommen. Der Zug war so etwas ähnliches wie ein deutscher Schlafwagen. Es gibt in jedem Abteil 6 Betten (drei auf jeder Seite), die aus- und enigeklappt werden können, jenachdem ob man schlafen und aufrecht sitzen will. Diese Betten sind nicht sehr bequem, aber für eine Nacht kann man es aushalten und auch Schlaf finden. Allerdings muss man auf sein Gepäck aufpassen. Der Zug fährt mit ca. 80 km/h, teilweise ist er aber auch sehr langsam und man sehr leicht aufspringen. Es gibt zwar Sicherheitspersonal im Zug, aber es ist schwer zu unterscheiden zwischen normalen Passagieren, den vielen verschiedenen Händlern, die Tee, Suppen, Handtücher und vieles mehr anbieten und Dieben. Die Sauberkeit und Hygiene im Zug ist nicht sehr hoch, aber das Ticket in dieser Klasse kostet auch nur ca. 4-5€.

Nach dem Zug sind wir Freitag morgens in einen Bus umgestiegen und kamen nach langer Fahrt um Mitternacht in Pokhara an. Pokhara ist eine nepalesische Stadt mit ca. 500.000 Einwohnern und sehr touristisch. Wir haben dort so viele Touristen getroffen wie wir in den ganzen 2,5 Monaten zuvor in Kalkutta nicht gesehen hatten. Die Stadt liegt auf ca. 900 m an einem See umgeben von kleinen Bergen, sodass man sich etwas wie in Oberitalien fühlt. Im Gegensatz zu Kalkutta ist es dort nicht so heiß und staubig und es sind auch weniger Menschen unterwegs.

So haben wir den Samstag dazu genutzt uns Pokhara anzuschauen und uns auch kulinarisch verwöhnen zu lassen (da es dort sehr touristisch ist, gibt es auch viele Gerichte, die man in Indien nicht zu leicht findet u.a. Rindersteak, echte italienische Pizza oder kleine Bäckereien, die zwar nicht mit den deutschen Bäckereien mithalten können, aber eine willkommene Abwechslung waren) bevor am darauffolgenden Tag unser Trek starten sollte.

Vor uns lagen 5 Tage Wanderung im Himalaya mit ener geplanten Maximalhöhe von 3.200m. Zunächst brachte uns ein Bus an den Ausgangspunkt unserer Route und dann hieß es Rucksack auf und los. Die meisten Studenten haben den Großteil ihres Gepäck allerdings den ca. 18 Trägern gegeben. So war ich einer der wenigen, die ihr Gepäck selbst getragen haben.

Am ersten Tag waren wir nur ca. 2,5h unterwegs, zum Aufwärmen sozusagen. So blieb uns an unserem Endpunkt für den Tag genügend Zeit ein kaltes, aber auch erfrischendes Bad im Fluß zu nehmen. Unsere Unterkünfte waren eher einfache Hostels mit 2- und 3-Bettzimmer und wir bekamen dort Frühstück und Abendessen. Für das Mittagessen waren wir immer in einem der vielen Restaurants auf der Wegstrecke. Da wir auf einer der Hauptwanderrouten unterwegs waren, war die Verpflegung und Unterkunft kein Problem. Während der ganzen Tour wurden wir von "Guides" begleitet, die uns halfen den richtigen Weg zu finden und die Organisation übernahmen.

Der zweite Tag war der anstrengenste von allen. Zunächst ging es über 3200 Stufen 700 m in die Höhe. Wir waren an einem Punkt im Tal angelangt, an dem es für Straßen zu steil wurde. Waren konnten von dort aus nur noch mit Tieren zu den höhergelegenen Dörfern gebracht werden. Am Ende des Tages waren wir auf 2800m aufgestiegen und konnten auf dem Weg die ersten schneebedeckten Berge mit bis zu 7000m bestaunen. Am Abends und in der Nacht konnten wir deutlich spüren, dass wir nun ca. 1500m über unserem Ausgangspunkt waren. 

Am nächsten Morgen ging es vor Sonnenaufgang weiter. Wir liefen ca. 1 h zu einem Aussichtspunkt und konten von dort aus den Sonnenaufgang beobachten. Außer uns waren noch viele andere Touristen(gruppen) unterwegs, aber es war ein schöner Anblick wie zuerst die Bergspitzen vom Sonnenlicht eingefangen wurden und danach langsam die Täler heller wurde. Im Sonnenaufgang konnten wir dann auch die höchsten Berge, den Dhaulagiri(8167m) und Annapurna I (8091m), sehen.

Danach sind wir relativ schnell und steil wieder abgestiegen. Der Abstieg dauerte nicht lange und mittags waren wir bereits an unserem Zielort. Allerdings könnte ich den Abstieg deutlich in meinen Knien und Waden (die sich am nächsten Morgen wie Steine anfühlten) merken. 

Am nächsten Tag waren wir noch einmal ca. 3 h Stunden unterwegs (so viel Wandern war es letzten Endes nicht) und kamen dabei durch viele kleine Dörfer. Die Dörfer sind teilweise sehr abgeschieden. Es gibt zwar Elektrizität, aber eine warme Dusche ist nicht immer selbstverständlich in den Gasthäusern. Die Dörfer leben einerseits von dem was sie produzieren und sind daher sehr landwirtschaftlich. Man sieht überall Kühe, Hühner und vereinzelt auch Schweine. Eine weitere Einnahmequelle ist natürlich der Tourismus. Die besseren Häuser sind zum großen Teil aus Holz oder Stein gebaut, während die einfacheren Häuser grob verpuzt sind und aus Stein oder Lehm bestehen.

An unserem Zielpunkt konnten wir nachmittags eine Heißwasserquelle besuchen gehen (die im Freien war und hauptsächlich aus zwei Becken mit warmem bzw. heißen Wasser bestand). Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Bus zurück nach Pokhara. Unterwegs musste noch ein platter Reifen behoben werden, aber zum Glück konnte von einem anderen Bus ein Ersatzrad organisiert werden. Mit einer Werkstatt oder ähnlichem hätte es nämlich schlecht ausgesehen, da die Gegend nicht sehr dicht besiedelt ist und hauptsächlich aus kleinen Dörfern besteht.

Am letzten Tag unseres Aufenthalt ging es abends wieder auf Heimreise. Dadurch hatten wir den Tag über noch einmal Zeit etwas in Pokhara zu unternehmen. Mit 4 anderen Austauschstudenten bin ich zu einer Stupa/Pagoda hoch gelaufen, die japanische Buddhisten auf einem Berg oberhalb des Sees errichtet haben. Die Stupa zeigt für verschiedene Abbilder Buddhas und steht für den Weltfrieden.

Unser Heimreise begann zunächst mit einer Busfahrt zurück an die nepalesische Grenze, wo wir in einen Zug umsteigen sollten. Als wir dort am nächsten Morgen ankamen stellte sich aber nach einigem Hin- und Her (es ist hier immer etwas schwierig jemanden zu finden, der einem umfassend Auskunft geben kann) heraus, dass in dieser Grenzstadt es für Nichtinder nicht möglich war die Grenze zu passieren. Es gab schlicht und einfach nicht die zuständige Behörde auf indischer Seite. So teilte sich die Gruppe erst einmal. Die indischen Studenten gingen Richtung Zug, der zum Glück erst in ein paar Stunden abfahren sollte und die restlichen Studenten stiegen in einen eilig reservierten Bus um und fuhren zur nächstgelegenen Grenzstadt.

Diese lag ca. 3 h Stunden entfernt. Dort angekommen stiegen wir dann in 3 kleine Jeeps um (nachdem wir die Grenzformalitäten abgewickelt hatten). Das Ziel war es den Zug an einem Bahnhof ca. 3-3,5h von der Grenze entfern einzuholen. Als wir losfuhren war es 14:30 Uhr und der Zug sollte den Bahnhof um 17:25 Uhr verlassen. Damit begann ein Rennen gegen die Zeit. Zu 7 oder 8 in den engen Jeeps ging es (für Indien) mit hoher Geschwindigkeit voran. Als ein Jeep während der Fahrt einen platten Reifen austauschen musste und zweimal ein Jeep die richtige Abzweigung verpasst hatte, sahen wir uns schon bald im nächsten Bus Richtung Kalkutta sitzen. Letzten Endes hatten wir aber Glück, dass der Zug noch ca. 10 Minuten länger hielt in dem anvisierten Bahnhof, sodass wir gerade noch rechtzeitig einsteigen konnten bevor er losfuhr. 

So kamen wir dann doch noch wie geplant am Sonntag Morgen um ca. 4 Uhr in Kalkutta an. 

Der Trip nach Nepal war eine schöne Abwechslung zu dem Leben in Kalkutta. Teilweise hat sich die Natur auch etwas wie daheim oder in den Alpen angefühlt. Das Klima war etwas milder und wir haben auch viel Grün gesehen. Allerdings habe ich auch erfahren, dass der Himalaya seinen Namen "Dach der Welt" zu Recht trägt. Die Berge überragen einem in ihrem Anblick und man ist geneigt ihnen Respekt zu zollen. Wie können aber auch mächtig und majestätisch wirken und waren schön anzusehen.

5.11.12 18:22
 


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