Auslandssemester in Kalkutta
 



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Sunderbans

Sunderbans ist ein "tiger reserve" ca. 100 km südlich von Kalkutta im Mündungsdelta des Hooghly (so heißt der Ganges in Kalkutta). Auf dieser Insel leben 74 bengalische Tiger im Dschungel und das ganze ist ein großer Naturschutzpark um die Tiger vor dem Aussterben zu bewahren.

Am Wochenende bin ich mit ca. 40 Studenten dorthin aufgebrochen. Es ging am Samstag Morgen um 7 Uhr los und wir waren am Sonntag Abend wieder gegen 21:30 Uhr am Campus.

100 Kilometer sind in Indien eine lange Strecke und so waren wir zunächst ca. 4,5 h mit dem Bus unterwegs. Die Transportmittel sind hier eher alt (bequem waren die Sitze beim besten Willen nicht), aber das wirkliche Problem sind die Straßen, die oft nicht einmal breit genug sind, dass zwei Autos problemlos aneinander vorbeifahren können. Dazu kommen dann noch viele Schlaglöcher und enge Kurven in den vielen Dörfern, die wir durchquert haben.

Nach der Busfahrt sind wir dann auf zwei Boote umgestiegen und zum "Ressort" gefahren in der Nähe des "tiger reserves". Das Ressort bestand hauptsächlich aus mehreren Bungalows am Rande eines Dorfes. Das Dorf erreicht man nur per Boot und es war wie eine kleine Zeitreise. Die Menschen leben dort hauptsächlich von dem was sie selbst anbauen (hauptsächlich mit weiten Reisfeldern), an Vieh halten (viele Ziegen, ein paar Kühe und Hühner), Meerestieren fangen und von Touristen wie uns. Sie leben in einfachen Hütten aus Lehm und die Perspektive für ein Kind aus dem Dorf ist, das es wahrscheinlich auch dort bis an sein Lebensende bleiben wird. Strom gibt es nur, wenn man einen Generator hat, was für das Dorf aber nicht zutrifft. Den Blicken nach scheint es für viele dort schwer vorstellbar zu sein, wo die fremden Touristen herkommen (auch wenn sie an deren Anblick inzwischen gewöhnt sind).

Am Nachmittag nach unserer Ankunft waren ein paar von uns - mich eingeschlossen - im Schlamm baden, da dort der Wasserstand bereits durch Ebbe und Flut bestimmt wird. Am Abend haben wir dann eine Vorführung durch die einheimischen Dorfbewohner erhalten. Das Theaterstück war leider in Bengali (der Sprache, die hier in der Region gesprochen wird), sodass selbst die Inder Probleme mit dem Verständnis hatten. Im Großen und Ganzen haben sie mit vielen Liedern die Geschichte eines Jungen erzählt, der im Dschungel ausgesetzt wird und dann aber von einer Gottheit vor dem Tod durch den Tiger bewahrt wird. Danach gab es dann noch ein kleines Lagerfeuer.

Am Sonntag Morgen sind wir wiederum früh aufgebrochen, diesmal Richtung Tiger Reserve. Um die Spannung zu brechen: einen Tiger haben wir nicht gesehen. Denn leider kann man das Reservoir nur von 3-4 sogenannten "watch towers", die am Rande aufgestellt sind, anschauen. In das Innere kommt man nur schwer (da das Gelände halb Sumpf, halb Dschungel ist und es keine Wege durch das Gebiet gibt) und auf Grund der Tiger ist es auch gefährlich. So haben wir die meiste Zeit auf de Boot verbracht auf dem Weg von einem Watch Tower zum nächsten.

Diese Bootsfahrt war recht entspannend und ich habe einen Eindruck gewinnen können, wie entlegen manche Winkel Indiens sind. Das Wasser trennt die Dörfer dort von der Entwicklung der Welt zwar nicht vollkommen, aber doch zu einem großen Teil ab. Es war auch schön einmal aus dem Campus und der Stadt heraus zu kommen und etwas mehr "Natur" zu sehen (wobei die Natur hier eher kahler ist, wobei viele Palmen für einen schönen grünen Anstrich sorgen).

17.10.12 18:27
 


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