Auslandssemester in Kalkutta
 



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Diwali

Seit Dienstag feiern die Hindus Diwali was so viel bedeutet wie Fest der Lichter. Das Fest dauert fünf Tage und findet immer zwischen Mitte Oktober und November statt nach dem hindischen Mondkalender.

Diwali hat mehrere Ursprünge wird aber vor allem zu Ehren der Rückkehr des Gottes Rama von Sri Lanka gefeiert, wo er seine entführte Frau Sita befreit. Dies ist in den epischen Versen der Mahabharata (der wichtigsten Schrift der indischen Kultur neben den Veden) festgehalten.

Diwali hat für die Hindus den gleichen Stellenwert wie Weihnachten für die Christen und daher einige änhliche Begleiterscheinungen (aber mit einem guten Schuss indischer Kultur).

Der Haupttag von Diwali war am Dienstag. Hier auf dem Campus gab es dazu ein feierliches Essen und auch eine Zeremonie mit einem Priester wer daran teilnehmen wollte (der Besuch war aber eher geringer unter den indischen Studenten).  Die indischen Studenten waren recht feierlich gekleidet (und die Austauschstudenten so gut es ging). Die meisten Inderinnen konnte man einen Saree tragen sehen. Diwali wird normalerweise innerhalb der Familie gefeiert und ist auch in Indien ein Feiertag. Erstaunlicherweise ging für uns aber der Unterrichtsbetrieb wie gewohnt weiter auch am Feiertag. Die indischen Studenten musste daher auf ihre Heimfahrt verzichten. 

Der ganze Campus ist nun abends ein Lichtermeer. Überall sind Licherketten angebracht. Bei meinem Hostel hängen sie vom Dach herab, an anderer Stelle sind sie um eine Brücke oder Bäume geschlungen. Zudem werden andere Gebäude oder Bäume auf dem Campus angestrahlt. Von gelb über grün und blau bis rot sind dabei alle möglichen Farben vorhanden. Vom Campus aus kann man auch abends überall in den Fenstern und auf den umliegenden Gebäuden bunte Lichterketten sehen.

Seit Dienstag hört man auch von früh morgens bis spät in den Abend hinein überall laute, fröhliche (indische) Musik aus allen möglichen Lautsprechern. Zudem nehmen die Inder Diwali zum Anlass um ein dreitägiges Feuerwerk zu veranstalten. Am Dienstag Abend wurden die ersten Raketen und Böller losgelassen und nun hört man immernoch ein ständiges Knallen der Feuerwerkskörper (wobei tagsüber Feuerpause ist).

Diwali konnte man aber schon lange vor dem eigentlich Fest bemerken. Wie Weihnachten ist es auch hier die Zeit der Geschenke. Daher bieten alle möglichen Einzehlhändler und Konsümgüterhersteller besondere Produkte oder Preisnachlässe zu Diwali an. Die Produkte im Angebot reichen dabei von Fotokameras bis hinzu Autos oder Motorräder. Der Hauptumsatz findet dann am Sonntag vor dem eigentlichen Fest statt.

15.11.12 16:33


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Nepal/Himalaya

Am Donnerstag vor knapp zwei Wochen (dem 18.10.) hieß es für mich: Auf nach Nepal. Armaggedon (der Abenteuerklub der Uni) hatte einen 10tägigen Trip geplant, an dem neben mir noch viele andere Austauschstudenten teilgenommen haben.

Zuerst waren wir ca. 18 Stunden mit dem Zug unterwegs um von Kalkutta bis ca. 80 km vor die nepalesische Grenze zu kommen. Der Zug war so etwas ähnliches wie ein deutscher Schlafwagen. Es gibt in jedem Abteil 6 Betten (drei auf jeder Seite), die aus- und enigeklappt werden können, jenachdem ob man schlafen und aufrecht sitzen will. Diese Betten sind nicht sehr bequem, aber für eine Nacht kann man es aushalten und auch Schlaf finden. Allerdings muss man auf sein Gepäck aufpassen. Der Zug fährt mit ca. 80 km/h, teilweise ist er aber auch sehr langsam und man sehr leicht aufspringen. Es gibt zwar Sicherheitspersonal im Zug, aber es ist schwer zu unterscheiden zwischen normalen Passagieren, den vielen verschiedenen Händlern, die Tee, Suppen, Handtücher und vieles mehr anbieten und Dieben. Die Sauberkeit und Hygiene im Zug ist nicht sehr hoch, aber das Ticket in dieser Klasse kostet auch nur ca. 4-5€.

Nach dem Zug sind wir Freitag morgens in einen Bus umgestiegen und kamen nach langer Fahrt um Mitternacht in Pokhara an. Pokhara ist eine nepalesische Stadt mit ca. 500.000 Einwohnern und sehr touristisch. Wir haben dort so viele Touristen getroffen wie wir in den ganzen 2,5 Monaten zuvor in Kalkutta nicht gesehen hatten. Die Stadt liegt auf ca. 900 m an einem See umgeben von kleinen Bergen, sodass man sich etwas wie in Oberitalien fühlt. Im Gegensatz zu Kalkutta ist es dort nicht so heiß und staubig und es sind auch weniger Menschen unterwegs.

So haben wir den Samstag dazu genutzt uns Pokhara anzuschauen und uns auch kulinarisch verwöhnen zu lassen (da es dort sehr touristisch ist, gibt es auch viele Gerichte, die man in Indien nicht zu leicht findet u.a. Rindersteak, echte italienische Pizza oder kleine Bäckereien, die zwar nicht mit den deutschen Bäckereien mithalten können, aber eine willkommene Abwechslung waren) bevor am darauffolgenden Tag unser Trek starten sollte.

Vor uns lagen 5 Tage Wanderung im Himalaya mit ener geplanten Maximalhöhe von 3.200m. Zunächst brachte uns ein Bus an den Ausgangspunkt unserer Route und dann hieß es Rucksack auf und los. Die meisten Studenten haben den Großteil ihres Gepäck allerdings den ca. 18 Trägern gegeben. So war ich einer der wenigen, die ihr Gepäck selbst getragen haben.

Am ersten Tag waren wir nur ca. 2,5h unterwegs, zum Aufwärmen sozusagen. So blieb uns an unserem Endpunkt für den Tag genügend Zeit ein kaltes, aber auch erfrischendes Bad im Fluß zu nehmen. Unsere Unterkünfte waren eher einfache Hostels mit 2- und 3-Bettzimmer und wir bekamen dort Frühstück und Abendessen. Für das Mittagessen waren wir immer in einem der vielen Restaurants auf der Wegstrecke. Da wir auf einer der Hauptwanderrouten unterwegs waren, war die Verpflegung und Unterkunft kein Problem. Während der ganzen Tour wurden wir von "Guides" begleitet, die uns halfen den richtigen Weg zu finden und die Organisation übernahmen.

Der zweite Tag war der anstrengenste von allen. Zunächst ging es über 3200 Stufen 700 m in die Höhe. Wir waren an einem Punkt im Tal angelangt, an dem es für Straßen zu steil wurde. Waren konnten von dort aus nur noch mit Tieren zu den höhergelegenen Dörfern gebracht werden. Am Ende des Tages waren wir auf 2800m aufgestiegen und konnten auf dem Weg die ersten schneebedeckten Berge mit bis zu 7000m bestaunen. Am Abends und in der Nacht konnten wir deutlich spüren, dass wir nun ca. 1500m über unserem Ausgangspunkt waren. 

Am nächsten Morgen ging es vor Sonnenaufgang weiter. Wir liefen ca. 1 h zu einem Aussichtspunkt und konten von dort aus den Sonnenaufgang beobachten. Außer uns waren noch viele andere Touristen(gruppen) unterwegs, aber es war ein schöner Anblick wie zuerst die Bergspitzen vom Sonnenlicht eingefangen wurden und danach langsam die Täler heller wurde. Im Sonnenaufgang konnten wir dann auch die höchsten Berge, den Dhaulagiri(8167m) und Annapurna I (8091m), sehen.

Danach sind wir relativ schnell und steil wieder abgestiegen. Der Abstieg dauerte nicht lange und mittags waren wir bereits an unserem Zielort. Allerdings könnte ich den Abstieg deutlich in meinen Knien und Waden (die sich am nächsten Morgen wie Steine anfühlten) merken. 

Am nächsten Tag waren wir noch einmal ca. 3 h Stunden unterwegs (so viel Wandern war es letzten Endes nicht) und kamen dabei durch viele kleine Dörfer. Die Dörfer sind teilweise sehr abgeschieden. Es gibt zwar Elektrizität, aber eine warme Dusche ist nicht immer selbstverständlich in den Gasthäusern. Die Dörfer leben einerseits von dem was sie produzieren und sind daher sehr landwirtschaftlich. Man sieht überall Kühe, Hühner und vereinzelt auch Schweine. Eine weitere Einnahmequelle ist natürlich der Tourismus. Die besseren Häuser sind zum großen Teil aus Holz oder Stein gebaut, während die einfacheren Häuser grob verpuzt sind und aus Stein oder Lehm bestehen.

An unserem Zielpunkt konnten wir nachmittags eine Heißwasserquelle besuchen gehen (die im Freien war und hauptsächlich aus zwei Becken mit warmem bzw. heißen Wasser bestand). Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Bus zurück nach Pokhara. Unterwegs musste noch ein platter Reifen behoben werden, aber zum Glück konnte von einem anderen Bus ein Ersatzrad organisiert werden. Mit einer Werkstatt oder ähnlichem hätte es nämlich schlecht ausgesehen, da die Gegend nicht sehr dicht besiedelt ist und hauptsächlich aus kleinen Dörfern besteht.

Am letzten Tag unseres Aufenthalt ging es abends wieder auf Heimreise. Dadurch hatten wir den Tag über noch einmal Zeit etwas in Pokhara zu unternehmen. Mit 4 anderen Austauschstudenten bin ich zu einer Stupa/Pagoda hoch gelaufen, die japanische Buddhisten auf einem Berg oberhalb des Sees errichtet haben. Die Stupa zeigt für verschiedene Abbilder Buddhas und steht für den Weltfrieden.

Unser Heimreise begann zunächst mit einer Busfahrt zurück an die nepalesische Grenze, wo wir in einen Zug umsteigen sollten. Als wir dort am nächsten Morgen ankamen stellte sich aber nach einigem Hin- und Her (es ist hier immer etwas schwierig jemanden zu finden, der einem umfassend Auskunft geben kann) heraus, dass in dieser Grenzstadt es für Nichtinder nicht möglich war die Grenze zu passieren. Es gab schlicht und einfach nicht die zuständige Behörde auf indischer Seite. So teilte sich die Gruppe erst einmal. Die indischen Studenten gingen Richtung Zug, der zum Glück erst in ein paar Stunden abfahren sollte und die restlichen Studenten stiegen in einen eilig reservierten Bus um und fuhren zur nächstgelegenen Grenzstadt.

Diese lag ca. 3 h Stunden entfernt. Dort angekommen stiegen wir dann in 3 kleine Jeeps um (nachdem wir die Grenzformalitäten abgewickelt hatten). Das Ziel war es den Zug an einem Bahnhof ca. 3-3,5h von der Grenze entfern einzuholen. Als wir losfuhren war es 14:30 Uhr und der Zug sollte den Bahnhof um 17:25 Uhr verlassen. Damit begann ein Rennen gegen die Zeit. Zu 7 oder 8 in den engen Jeeps ging es (für Indien) mit hoher Geschwindigkeit voran. Als ein Jeep während der Fahrt einen platten Reifen austauschen musste und zweimal ein Jeep die richtige Abzweigung verpasst hatte, sahen wir uns schon bald im nächsten Bus Richtung Kalkutta sitzen. Letzten Endes hatten wir aber Glück, dass der Zug noch ca. 10 Minuten länger hielt in dem anvisierten Bahnhof, sodass wir gerade noch rechtzeitig einsteigen konnten bevor er losfuhr. 

So kamen wir dann doch noch wie geplant am Sonntag Morgen um ca. 4 Uhr in Kalkutta an. 

Der Trip nach Nepal war eine schöne Abwechslung zu dem Leben in Kalkutta. Teilweise hat sich die Natur auch etwas wie daheim oder in den Alpen angefühlt. Das Klima war etwas milder und wir haben auch viel Grün gesehen. Allerdings habe ich auch erfahren, dass der Himalaya seinen Namen "Dach der Welt" zu Recht trägt. Die Berge überragen einem in ihrem Anblick und man ist geneigt ihnen Respekt zu zollen. Wie können aber auch mächtig und majestätisch wirken und waren schön anzusehen.

5.11.12 18:22


Sunderbans

Sunderbans ist ein "tiger reserve" ca. 100 km südlich von Kalkutta im Mündungsdelta des Hooghly (so heißt der Ganges in Kalkutta). Auf dieser Insel leben 74 bengalische Tiger im Dschungel und das ganze ist ein großer Naturschutzpark um die Tiger vor dem Aussterben zu bewahren.

Am Wochenende bin ich mit ca. 40 Studenten dorthin aufgebrochen. Es ging am Samstag Morgen um 7 Uhr los und wir waren am Sonntag Abend wieder gegen 21:30 Uhr am Campus.

100 Kilometer sind in Indien eine lange Strecke und so waren wir zunächst ca. 4,5 h mit dem Bus unterwegs. Die Transportmittel sind hier eher alt (bequem waren die Sitze beim besten Willen nicht), aber das wirkliche Problem sind die Straßen, die oft nicht einmal breit genug sind, dass zwei Autos problemlos aneinander vorbeifahren können. Dazu kommen dann noch viele Schlaglöcher und enge Kurven in den vielen Dörfern, die wir durchquert haben.

Nach der Busfahrt sind wir dann auf zwei Boote umgestiegen und zum "Ressort" gefahren in der Nähe des "tiger reserves". Das Ressort bestand hauptsächlich aus mehreren Bungalows am Rande eines Dorfes. Das Dorf erreicht man nur per Boot und es war wie eine kleine Zeitreise. Die Menschen leben dort hauptsächlich von dem was sie selbst anbauen (hauptsächlich mit weiten Reisfeldern), an Vieh halten (viele Ziegen, ein paar Kühe und Hühner), Meerestieren fangen und von Touristen wie uns. Sie leben in einfachen Hütten aus Lehm und die Perspektive für ein Kind aus dem Dorf ist, das es wahrscheinlich auch dort bis an sein Lebensende bleiben wird. Strom gibt es nur, wenn man einen Generator hat, was für das Dorf aber nicht zutrifft. Den Blicken nach scheint es für viele dort schwer vorstellbar zu sein, wo die fremden Touristen herkommen (auch wenn sie an deren Anblick inzwischen gewöhnt sind).

Am Nachmittag nach unserer Ankunft waren ein paar von uns - mich eingeschlossen - im Schlamm baden, da dort der Wasserstand bereits durch Ebbe und Flut bestimmt wird. Am Abend haben wir dann eine Vorführung durch die einheimischen Dorfbewohner erhalten. Das Theaterstück war leider in Bengali (der Sprache, die hier in der Region gesprochen wird), sodass selbst die Inder Probleme mit dem Verständnis hatten. Im Großen und Ganzen haben sie mit vielen Liedern die Geschichte eines Jungen erzählt, der im Dschungel ausgesetzt wird und dann aber von einer Gottheit vor dem Tod durch den Tiger bewahrt wird. Danach gab es dann noch ein kleines Lagerfeuer.

Am Sonntag Morgen sind wir wiederum früh aufgebrochen, diesmal Richtung Tiger Reserve. Um die Spannung zu brechen: einen Tiger haben wir nicht gesehen. Denn leider kann man das Reservoir nur von 3-4 sogenannten "watch towers", die am Rande aufgestellt sind, anschauen. In das Innere kommt man nur schwer (da das Gelände halb Sumpf, halb Dschungel ist und es keine Wege durch das Gebiet gibt) und auf Grund der Tiger ist es auch gefährlich. So haben wir die meiste Zeit auf de Boot verbracht auf dem Weg von einem Watch Tower zum nächsten.

Diese Bootsfahrt war recht entspannend und ich habe einen Eindruck gewinnen können, wie entlegen manche Winkel Indiens sind. Das Wasser trennt die Dörfer dort von der Entwicklung der Welt zwar nicht vollkommen, aber doch zu einem großen Teil ab. Es war auch schön einmal aus dem Campus und der Stadt heraus zu kommen und etwas mehr "Natur" zu sehen (wobei die Natur hier eher kahler ist, wobei viele Palmen für einen schönen grünen Anstrich sorgen).

17.10.12 18:27


Krankenhaus

Keine Sorge ich bin nicht krank und mir geht es gut.

Allerdings hatte ich heute doch die "Chance" ein indisches öffentliches Krankenhaus kennenzulernen. In 10 Tagen werde ich mit Studenten von hier zu einem 9 tägigen Wandertrip nach Nepal aufbrechen. Dafür haben die Studenten, die das organisieren, eine Medizincheck verlangt. 

Daher war ich heute in einem Krankenhaus in der Nähe vom Campus und habe Blut und Urin abgegeben, wurde geröngt und auch ein EKG wurde gemacht.

Das Krankenhaus darf man nicht mit deutschen Standards messen. Innen ist viel aus dunklem Holz. Einige Geräte sind sicherlich moderner, aber vieles scheint schon gut 30-40 Jahre alt zu sein. Die Rollstühle, die man sieht, haben mich etwas an den Beginn des vergangenen Jahrhunderts erinnert.

Wenn man ein Mann ist, dann fällt einem so eine Testprozedur sicherlich leichter: Ob beim Röntgen vor anderen Leuten den Oberkörper frei zu machen (die Frauen haben hier zwar ein Krankenhauskleid bekommen, aber nach einer Umkleidekabine sucht man dann vergeblich) oder der Urinabgabe auf der engen und nicht hygienischen öffentlichen Toiletten im Hinterhof (ohne Seife beim Händewaschen).

Wir hatten einen Arzt, der sich sehr gut um uns gekümmert hat und uns durch die verschiedenen Stationen geschleust hat.

Es ist aber dann doch wieder erstaunlich, dass alles klappt und der Test in einer Stunde gemacht war. Die Geräte funktionieren noch und das Röntgen oder EKG Bild sieht nicht anders aus wie bei uns. Und die Nadel für die Blutabnahme war auch frisch aus der Packung.

Ein paar Studenten waren ziemlich geschockt von den Zuständen dort, aber es mangelt mehr an der Einrichtung und den nötigen Geräten, als am Wissen oder der Arbeit des Personals dort. Operieren lassen würde ich mich dort allerdings dann doch nicht unbedingt.

Für alle Interessierten habe ich auch die Preise für den Medizincheck im entsprechenden Beitrag hinzugefügt (s.u.).

7.10.12 18:38


Gandhi

Heute ist in Indien anlässlich Gandhi's Geburtstag Nationalfeiertag (was übrigens nicht heißt, dass hier auf dem Campus keine Kurse stattfinden, obwohl die Geschäfte schon geschlossen haben).

Gandhi ist hier wirklich ein Nationalheld, ohne Vergleich in Deutschland. Er wird in etwa so wie Napoleon in Frankreich in Ehren gehalten, wenn auch natürlich für andere Taten. 

Gandhi hat sich während der britischen Kolonialherrschaft für die Unabhängigkeit Indiens ausgesprochen. Sein Mantra war konsequenter Gewaltverzicht. Um seine Ziele zu erreichen setzte er auf Massenproteste und zivilen Ungehorsam. Gandhi war gegen das Kastensystem und hat sich für ein "großes" Indien eingesetzt (bis zur Unabhängigkeit war Indien, Bangladesh und Pakistan ein Land. Davon hat sich dann das muslimische Pakistan abgespalten). Er wurde 1947 erschossen.

Die Inder sehen Gandhi gerne als moderner Träger in der langen Tradition der indischen Ethik des Gewaltverzichts, Friedens, multikulturellem und multi-regligiösem Zusammenleben in Indien in Respekt und Toleranz für einander. An diesen Werten hat Gandhi mit großer Konsequenz und Authentizität festgehalten, weshalb er für viele eine sehr anziehende Persönlichkeit ist.

Gandhis Lehre (gewaltloser Widerstand, Toleranz für einander) und die indische Wirklichkeit (Atommacht und Kastensystem, welche trotz offizieller Abschaffung immer noch eine stark die Gesellschaft prägt, vor allem in den ländlichen Gegenden) sind dabei nicht immer deckungsgleich.

Dennoch findet man Gandhis Werte bereits 200 v.Chr. in der indischen Kultur wieder. Mit Blick auf das friedliche Zusammenleben von Hindus, Muslimen, Christen und Buddhisten in Indien und den sehr offenen Gesprächen, die ich hier mit Indiern führen konnte, kann man schon sagen, dass Gandhi auch für die indische Kultur steht.

Gandhis Namen sprechen die Inder übrigens mit einem langgezogenen a aus (als wäre ein "h" hinter dem "a".

2.10.12 18:09


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